Unternehmen

setzen auf Vielfalt

Mittlerweile haben bereits 6.500 Unternehmen und Institutionen mit 14,7 Mio. Beschäftigten die Charta der Vielfalt unterzeichnet und sich damit nach außen sichtbar für ein vorurteilsfreies und wertschätzendes Arbeitsumfeld verpflichtet. Ältere Beschäftigte tragen mit ihrer Arbeit und insbesondere auch durch ihr Erfahrungswissen wesentlich zum Unternehmenserfolg bei.

Ältere Beschäftigte tragen mit ihrer Arbeit und insbesondere auch durch ihr Erfahrungswissen wesentlich zum Unternehmenserfolg bei.

Unternehmen schätzen die Expertise älterer Beschäftigter

Das hohe Interesse der Unternehmen, ältere Erwerbstätige zu beschäftigen, zeigt sich daran, dass sich die Erwerbstätigenquote der 55- bis unter 65-Jährigen seit 2000 verdoppelt hat – von 37 % auf 75 %. (Eurostat, 2025). In keinem anderen EU-Land mit Ausnahme von Estland, Tschechien und Schweden sind so viele Ältere erwerbstätig. Mehr als doppelt so viele Menschen als vor 25 Jahren arbeiten im Ruhestand weiter.

Wichtiger als Geld sind ihnen dabei Spaß an der Arbeit oder das Bedürfnis nach einer sinnvollen Aufgabe und sozialen Kontakten (Romeu Gordo et al., 2022). Mit einer demografiefesten Personalpolitik halten Unternehmen ältere Beschäftigte möglichst lang im Betrieb.

Altersgemischte Teams funktionieren, insbesondere bei der Bewältigung komplexer Aufgaben, gut. Tandems zwischen älteren und jüngeren Beschäftigten können dafür sorgen, dass implizites Wissen im Unternehmen bleibt, und zeigen gleichzeitig Wertschätzung für das Wissen der älteren aber auch die digitalen Kompetenzen der jüngeren Beschäftigten. Durch die Tandems wird die Bindung von Auszubildenden und jungen Beschäftigten an das Unternehmen gestärkt und Ältere profitieren von den „digital natives“.

Inklusion wird in deutschen Unternehmen gelebt

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsmarkt, ist nicht nur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sondern betriebswirtschaftlich sinnvoll. Betriebe setzen sich aktiv für Ausbildung, Beschäftigung und nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen ein. Deutlich über eine Million schwerbehinderte Menschen in Beschäftigung belegen diesen Einsatz (BA, 2025). Gerade das Potenzial von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen wird dabei immer stärker in den Fokus genommen. Am passenden Arbeitsplatz eingesetzt sind Menschen mit Behinderungen voll leistungsfähige Beschäftigte, die vielfach besonders motiviert ihre Aufgaben erfüllen. Sie bilden damit einen entscheidenden Mehrwert für die Betriebskultur und den Unternehmenserfolg.

Wie vielfältig die Ansätze der Unternehmen sind, zeigt sich regelmäßig bei der Verleihung des → Inklusionspreises für die Wirtschaft.

Unternehmen denken klischeefrei

Die Vielfalt der geschlechterspezifischen Eigenschaften, Verhaltensweisen und Präferenzen wertschätzend und bewusst zu nutzen ist ein weiterer wesentlicher Aspekt der Diversity-Dimensionen. Immer mehr Frauen sind erwerbstätig. Die Erwerbstätigenquote der 20- bis 64-jährigen Frauen hat sich in den letzten Jahren stark auf 77 % erhöht und liegt nun fast auf dem Niveau der Männer mit derzeit 84 % (BA,2025). Inzwischen kehren Frauen nach familienbedingten Erwerbspausen auch schneller und in höherem Stundenumfang zurück und sind immer häufiger in den Führungsebenen der Unternehmen vertreten – auch ohne starre gesetzliche Regulierungen und Quoten. Damit zeigt sich, dass die Anstrengungen der Wirtschaft Erfolg zeigen. So unterstützen die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber z. B. Initiativen, welche gezielt für eine klischeefreie Berufswahl werben (wie die Initiative Klischeefreiheit). Auch ist ein großer Teil der Unternehmen in nationalen Netzwerken aktiv, um beispielsweise gezielt Frauen für technische Berufe zu gewinnen (z. B. MINT vernetzt).

Wir fordern:

Bessere Rahmenbedingungen, damit den Unternehmen die Arbeitskräfte nicht ausgehen

Um langfristig Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, braucht es jetzt entschlossene Reformen, damit alle Potenziale auf dem Arbeitsmarkt genutzt werden können wie z. B.:

  1. Nachwuchs durch bessere Berufsorientierung und Stärkung der dualen Ausbildung sichern
  2. Arbeitszeitrahmen für mehr Flexibilität modernisieren
  3. Längeres Arbeiten attraktiv machen
  4. Mehr Erwerbsmigration ermöglichen und Abwanderung verhindern

Das gilt sowohl für

  1. inländische Potenziale wie Frauen (→ BDA-Position)
  2. Ältere (→ BDA-Position)
  3. als auch Potenziale im Ausland (→ BDA-Positionspapier Kernforderungen für mehr Zuwanderung in Beschäftigung und Ausbildung, 2025).

In allen Bereichen müssen wir ohne Scheuklappen nach neuen Lösungen suchen. Gefragt sind Beschäftigte und Arbeitgeber genau wie Bundesregierung, Bundesländer und Kommunen. In welchen Bereichen schnell gehandelt werden muss, ist → hier beschrieben.

Weiterführende Informationen: