Digitalisierung

und was sie uns Gutes bringen kann

 
Neue Technologien erleichtern Erwerbsbeteiligung

Digitale Assistenzsysteme wie Roboter, Exoskelette oder KI-gestützte Tools können es auch älteren Menschen und Menschen mit Behinderung ermöglichen, aktiv und langfristig am Arbeitsleben teilzuhaben. Stichwort Mensch-Maschine-Kollaboration: Systeme wie KI-gesteuerte Exoskelette passen sich den individuellen Fähigkeiten der Beschäftigten an und unterstützen z. B. bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Augmented-Reality-Anwendungen und Datenbrillen bieten visuelle Unterstützung direkt am Arbeitsplatz und können auch gering qualifizierten Beschäftigten durch anschauliche Erklärungen den Zugang zu komplexeren Aufgaben erleichtern. So wird Teilhabe durch Technik ermöglicht.

Digitalisierung ermöglicht mehr Arbeitssicherheit und erleichtert die Arbeit

Digitale Technologien verbessern die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz.

Intelligente Schutzkleidung und Smart Wearables können Gefahren frühzeitig erkennen und melden diese in Echtzeit. KI kann die psychische und physische Gesundheit von Beschäftigten aktiv fördern, indem sie Belastungen reduziert und Handlungsspielräume stärkt (BAuA, 2023). Laut EU-Studie glauben 70 % der Deutschen, dass KI die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit verbessern kann (EU-OSHA, 2025). KI-Anwendungen reichen von intelligenter Schutzkleidung über Gefahrstofferkennung bis hin zu Assistenzsystemen, die Risiken frühzeitig erkennen (DGUV, 2024; Rziha, 2024). Auch monotone oder gefährliche Aufgaben können durch KI übernommen werden, etwa durch automatisierte Systeme oder Chatbots. Zusätzlich erleichtert KI die Emotionsregulation, z. B. durch professionelle Antwortvorschläge bei Kundenanfragen oder die Übersetzung komplexer Inhalte in leichte Sprache. Im Arbeitsschutz unterstützt KI bei Gefährdungsbeurteilungen, etwa im Projekt „BAKI“, das Risiken im Homeoffice analysiert (BAuA, 2024a&b). Digitale Angebote in der arbeitsmedizinischen Vorsorge und Beratung, wie z. B. Videosprechstunden, unterstützen dabei, knappe betriebsärztliche Ressourcen effizient einzusetzen und den Beschäftigten eine moderne und effektive betriebsärztliche Versorgung zu gewährleisten. Intelligente Suchfunktionen helfen, relevante Vorschriften schneller zu finden und umzusetzen. KI ermöglicht zudem datenbasierte Risikoanalysen und unterstützt Führungskräfte beim sensiblen Umgang mit Gesundheitsanliegen – sie wird so zum Werkzeug für mehr Effizienz und Fürsorge im Arbeitsschutz.

Arbeit 4.0 bringt Flexibilität und Vereinbarkeit der Lebensbereiche

Moderne Technologien wie Cloud Computing, mobile Endgeräte und digitale Abstimmungsplattformen ermöglichen zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten. Beschäftigte können ihre Arbeitszeiten flexibler gestalten und besser mit privaten Verpflichtungen vereinbaren. Für Unternehmen ist dies ein wichtiger Faktor in der Gewinnung und Bindung von Arbeits- und Fachkräften. Unternehmen profitieren zudem von einer höheren Reaktionsfähigkeit – etwa bei Auftragsschwankungen oder kurzfristigen Ausfällen – und können ihre Ressourcen effizienter einsetzen. Digitale Tools können dabei z. B. in der Schichtplanung nicht nur Verfügbarkeit und Qualifikation berücksichtigen, sondern auch ergonomische Aspekte und individuelle Präferenzen der Beschäftigten. Digitalisierung und KI sind keine abstrakten Zukunftsvisionen, sondern konkrete Werkzeuge für eine bessere Arbeitswelt. Sie ermöglichen mehr Teilhabe, Sicherheit, Flexibilität und Sinnhaftigkeit – und stärken zugleich die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen (z. B. www.kapaflexity.de).

KI gegen Arbeits- und Fachkräftemangel

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und einer alternden Erwerbsbevölkerung kann der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen einen entscheidenden Unterschied machen: Sie bietet die Möglichkeit, die Qualität von Produkten und Dienstleistungen zu verbessern und Kosten in der Wertschöpfungskette zu senken. Sie kann die Integration von Menschen höheren Alters, mit Behinderung oder Sprachbarrieren unterstützen (Hammermann et al., 2023; Beudt et al., 2024) . KI hilft, vorhandene Arbeitskräfte effizienter einzusetzen, Prozesse zu optimieren und monotone Tätigkeiten zu automatisieren. Damit kann sie Arbeit attraktiver machen und die Grundlage für fundierte menschliche Entscheidungen liefern, z. B. auf Basis einer differenzierten Datenauswertung. KI wird so zu einem Instrument, das nicht nur die Produktivität steigert, sondern auch dem Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenwirken kann (BDA Digitalrat, 2023).

HR Tech unterstützt Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bei der Gestaltung guter Arbeit

Mit datengestütztem Personalmanagement steigern Unternehmen nicht nur ihre Effizienz, sie verbessern auch die Candidate und Employee Experience. KI kann z. B. das Onboarding unmittelbar unterstützen, indem Unternehmenstexte, -videos und -audios in kurze unterhaltsame Lerneinheiten überführt werden – in verschiedenen Sprachen und auf verschiedenen Sprachniveaus. Mit kurzen Befragungen, sogenannten „Pulsmessungen“ können z.B. das Teamklima, die Zufriedenheit mit der Führung oder die momentane Arbeitsmenge in den Blick genommen werden. Aus dem Abgleich einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Qualifikationen innerhalb des Unternehmens und der zukünftig benötigten Skills, können individuelle Weiterbildungs- und Entwicklungsvorschläge abgeleitet werden.

Der Digitalisierungsschub durch die Pandemie

Corona hat für einen Digitalisierungsschub in der deutschen Wirtschaft gesorgt. Laut einer Umfrage von Randstad und ifo (2020) haben 55 % der deutschen Unternehmen den eigenen digitalen Wandel während der Pandemie vorangetrieben. 31 % führten neue Computerprogramme zur Zusammenarbeit im Betrieb ein und 36 % verstärkten die Nutzung bereits vorhandener digitaler Instrumente. So konnten die Unternehmen auch während der pandemiebedingten Einschränkungen arbeitsfähig bleiben und ihren Beschäftigten ein sicheres und effektives Arbeiten ermöglichen.

Auch die Beschäftigten spüren die Veränderung: In einer gemeinsamen Resilienz-Umfrage von BDA und Microsoft aus dem Sommer 2020 gaben knapp die Hälfte der Beschäftigten an, dass ihr Unternehmen in neue Software investiert habe. Ebenso viele nennen Investitionen in Hardware und in Infrastruktur wie Cloud-Lösungen. Gut 40 % der Befragten sagen, dass ihr Unternehmen jetzt besser digital ausgestattet sei als vor der Krise.

Dabei nutzten Unternehmen während der Pandemie z. B. Web- und Videokonferenzen um Einstellungsgespräche online durchzuführen, ebenso wie die Auftragsklärung, Beratungen, Workshops und Mitarbeitendengespräche (Fraunhofer IAO & DGFP, 2020).

Wir fordern:

Es braucht gute Rahmenbedingungen zur Entfaltung der Potenziale von Digitalisierung und KI

Damit KI Effizienz steigern und Arbeitsbedingungen verbessern kann, muss sie in den Betrieben ankommen. Größtes Hemmnis sind Regulierung und Rechtsunsicherheiten. Deswegen kommt es jetzt auf eine pragmatische und innovationsfreundliche Umsetzung der europäischen KI-Verordnung an.

Das heißt:

  • Kein Flickenteppich unterschiedlich ausgelegter Regelungen,
  • kein „German Gold Plating“ im Arbeitsrecht,
  • keine widersprüchlichen Anforderungen im Arbeitsschutz

stattdessen ein innovationsfreundliches Sanktionsregime und schnelle, kompetente Beratung und Unterstützung, gerade für KMU. Unsere Position zur Umsetzung der europäischen KI-Verordnung: „KI im Betrieb: Rechtssicherheit schaffen – Raum für Innovation lassen“ und unsere Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Durchführung der KI-Verordnung: „Fokus auf Pragmatismus und Innovation: Vom Gesetz bis zur Anwendung“ machen dies deutlich.