Bildung
schafft Karrieremöglichkeiten
Berufliche Bildung: Beschäftigungsgarant und Königsweg für Fachkräfte
Über die berufliche Aus- und Weiterbildung hinaus engagieren sich die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in zahlreichen und vielfältigen Initiativen und Projekten entlang der gesamten Bildungskette von der Kita bis zur Hochschule. So weckt zum Beispiel auf Initiative der NORDMETALL-Stiftung das Experimentierfeld MINIPHÄNOMENTA das Interesse für Naturwissenschaften bei Kindern und Jugendlichen. Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) fördert Engagement, Eigeninitiative und Entrepreneurship: Sie bietet 10 Stipendien- und Förderprogramme, für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und junge Berufstätige. Und mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) kooperieren rund 9.000 Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen vom internationalen IT-Riesen bis zum lokalen Fensterbauer. Damit ermöglichen sie jungen Menschen eine exzellente Ausbildung mit Praxisbezug.
… aller Auszubildenden werden von den Unternehmen übernommen.

©AdobeStock / Robert Kneschke
Berufliche Bildung: Beschäftigungsgarant und Königsweg für Fachkräfte
Mit exzellenter Ausbildung sichern Unternehmen die Fachkräfte von morgen
Die Absolventinnen und Absolventen einer beruflichen Ausbildung sind eine tragende Säule der Fachkräftesicherung unseres Landes. Jährlich bilden Unternehmen in Deutschland fast eine halbe Million Auszubildende aus. Das aktuelle Rekordhoch der Übernahme (2024: 79 %; 2010: 61 %) zeigt, dass diese Fachkräfte so dringend gebraucht werden wie nie zuvor. Die Ausbildungsbetriebe sind sehr gut aufgestellt, um ihre Nachwuchskräfte praxisnah und erfolgreich auf das Berufsleben vorzubereiten. Es gibt eine Vielzahl von Unternehmen, die sich besonders für eine exzellente Ausbildung engagieren. Dies reicht von Projekten zur Integration von Geflüchteten über die Förderung von Auslandsaufenthalten bis zu Initiativen, um die Demokratiebildung junger Menschen zu unterstützen.
Immer mehr Betriebe ermöglichen ihren Auszubildenden Lernaufenthalte im Ausland – und machen die Berufsausbildung damit attraktiver denn je. 2024 haben 45 % mehr junge Menschen ein Auslandspraktikum mit Erasmus + absolviert als im Vorjahr (BIBB, 2025). Das zeigt: Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber erkennen den Wert internationaler Erfahrungen und investieren gezielt in die Zukunft ihrer Fachkräfte.
Meister und Akademiker auf Augenhöhe
Für Leistungsstärkere mit einem dualen Berufsabschluss oder einem akademischen Abschluss ist neben der betrieblichen Weiterbildung auch eine Aufstiegsfortbildung zum Meister, Technikerin, Fach- oder Betriebswirt attraktiv: So haben Meisterinnen bzw. Meister und Technikerinnen bzw. Techniker ein ähnliches durchschnittliches Lebenseinkommen (1,6 Mio. Euro brutto) wie Akademikerinnen und Akademiker (1,7 Mio. Euro, IAW, 2022).
Lebenseinkommen von Hoch- und Weiterbildungsabsolventen
Weiterbildung zahlt sich aus
Bis zu einem Alter von 33 Jahren haben ausgelernte Azubis (240.489,00 €) insgesamt mehr Geld verdient als Hochschulabsolventen (226.533,00 €). Wer nach der Ausbildungsprüfung eine Weiterbildung gemacht hat, landet mit 33 sogar schon bei 324.319,00 €. Am wenigsten verdienen diejenigen ohne Abschluss.
Meister oder Techniker verdienen bis zu einem Alter von 50 Jahren und damit den größten Teil ihres Berufslebens mehr als Personen mit einem Hochschulabschluss.
Über das gesamte Berufsleben hinweg erzielen Hochschul- und Weiterbildungsabsolventen
im Durchschnitt ein vergleichbares Lebenseinkommen
Quelle: IAW, 2022
Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gestalten das System der Beruflichen Bildung aktiv mit:
Gemeinsam übernehmen die Sozialpartner die Verantwortung dafür, dass duale Aus- und Fortbildungsberufe auf die Bedarfe der Branchen und Unternehmen zugeschnitten sind und ihre Absolventinnen und Absolventen deshalb auf dem Arbeitsmarkt hoch geschätzt werden. Auch digitale Kompetenzen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die berufliche Ausbildung trägt in Deutschland maßgeblich zur sehr geringen Jugendarbeitslosigkeit von zurzeit nur 5,7 % (BA, 2025) bei. Auch der internationale Vergleich macht deutlich: Die duale Ausbildung wirkt und erleichtert den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Im Oktober 2025 lag die Jugendarbeitslosenquote EU-weit bei 15,2 %. Auch auf Basis der nach anderen Kriterien aufgestellten EU-Statistik steht Deutschland deutlich besser da: Nur 6,6 % der 15- bis 24-Jährigen sind arbeitslos – weniger als die Hälfte des EU-Durchschnitts (Destatis, 2025d).
Durch den großen Praxisanteil in der Ausbildung profitieren die Jugendlichen davon, direkt im Betrieb von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen und „on-the-job“ zu lernen. Die Betriebe wiederum profitieren von ihrer Investition, da sie ihren Bedürfnissen entsprechende Fachkräfte ausbilden, diese in der Ausbildung gut kennenlernen und an sich binden können. Nicht ohne Grund wurden im Jahr 2025 laut IAB 79 % aller Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen (IAB, 2025). Die Abbruchquoten sind mit rund 15 % gering (BIBB, 2024). Zum Vergleich: Von den Bachelorstudierenden brechen rund 28 % ihr Studium ab (DZHW, 2022). Das große Engagement der Betriebe in Deutschland für die Berufsausbildung zeigt sich auch in den finanziellen Kennziffern: Insgesamt investiert die Wirtschaft jährlich rund 31 Mrd. Euro, das sind pro Auszubildenden mehr als 26.000 Euro! Laut IAB-Betriebspanel bilden von den ausbildungsberechtigten Betrieben (51 %) entweder kontinuierlich (45 %) oder mit Unterbrechung (37 %) aus (IAB, 2023).
Weiterbildung: Unabdingbar für Arbeit 4.0
Insbesondere in Anbetracht des digitalen Strukturwandels wird es für Beschäftigte immer wichtiger, durch Weiterbildung die Kompetenzen zu verbessern. „Lebenslanges Lernen“ liegt auch im Interesse der Unternehmen. Daher sind die Unternehmen selbst die größten Weiterbildungsanbieter. Rund 93 % aller Unternehmen engagieren sich in der Weiterbildung und investieren jährlich 46,4 Mrd. Euro (IW, 2023). Berufliche Weiterbildung liegt in der geteilten Verantwortung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie ihren Beschäftigten. Heutzutage finden rund 90 % der erfassten Weiterbildungsstunden während der Arbeitszeit statt. Die Beschäftigten profitieren ebenfalls unmittelbar von Weiterbildung, weil sie ihr Fachwissen aktualisieren, neue Kompetenzen erwerben und ihre Beschäftigungsfähigkeit sichern.
Digitale Kompetenzen – Bedeutung bei Fachkräften und in der betrieblichen Ausbildung.
Prozentangaben (gerundet) der Unternehmen, die digitale Kompetenzen bei ihren Fachkräften für (sehr) wichtig halten und diese Kompetenzen während der Ausbildung (sehr) intensiv vermitteln. Sortiert nach Rangplatz der Intensität, mit der die digitale Kompetenz während der Ausbildung vermittelt wird, anhand des Anteils der Unternehmen, die diese Kompetenz sehr intensiv oder eher intensiv vermitteln.
Wir fordern:
Hochschulische und berufliche Bildung: Die Wirtschaft braucht beide, auch in Kombination!
Die Wirtschaft bietet exzellente Chancen für Absolvierende beider Ausbildungswege: Die berufliche und die hochschulische Bildung. Das duale Studium, bei dem Ausbildung und Studium kombiniert werden, ist ein Erfolgsmodell, auch weil sich die Unternehmen umfangreich engagieren:
- Von den 2,89 Mio. Studierenden absolvierten aktuell über 140.000 ihr Erststudium in einem der über 1750 dualen Studiengängen;
- 53.000 Unternehmen beteiligen sich am dualen Studium (BIBB, 2025).
Vor allem für leistungsstarke Jugendliche ist es eine attraktive, praxisnahe Studienform und die Übernahmequoten der Absolventinnen und Absolventen in die Betriebe sind hoch. Daher ist ein weiterer Ausbau dieses Studienangebots zielführend. Voraussetzung dafür ist ein verbreitertes Fachspektrum – über Wirtschafts-, Ingenieur- und Informatikwissenschaften hinaus – sowie die Verhinderung neuer Regularien und bürokratischer Hürden.
Weiterführende Informationen:
- BDA-Publikation Zukunftsformel MINT-Bildung. Acht Schlüssel zu Fortschritt, Wohlstand und Sicherheit
- BDA-Publikation Bildung 2030 im Blick
- BDA-Position Erfolgsmodell duales Studium – Leitfaden für Unternehmen (gemeinsame Publikation von BDA und Stifterverband)
- Stiftung der Deutschen Wirtschaft: gemeinnützige Bildungsstiftung der deutschen Wirtschaft, die junge Menschen mit Stipendien und Förderprogrammen unterstützt, um Chancengerechtigkeit zu fördern, Eigeninitiative zu stärken und sie auf ihrem Bildungsweg zu begleiten – von Schülern bis zu Promovierenden.
- Demokratiebildung entlang der Bildungskette
- SCHULEWIRTSCHAFT: Im Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT arbeiten Schulen und Unternehmen vor Ort partnerschaftlich zusammen, um jungen Menschen den Weg in die Arbeitswelt zu ebnen
- Berufswahl-SIEGEL: Mit dem Berufswahl-SIEGEL zeichnen wir Schulen für die Umsetzung einer exzellenten Berufs- und Studienorientierung aus
- MINTvernetzt: Service- und Anlaufstelle für die Community der MINT-Akteurinnen und Akteure in Deutschland
