wie Arbeitgeberinnen
und Arbeitgeber

gute Arbeit gestalten

Gute Arbeitsverhältnisse zu schaffen ist nicht nur ein Motto oder Werbeslogan für Unternehmen. Sie setzen viel daran, ihre Arbeitsbedingungen nicht nur gut, sondern sehr gut zu gestalten. Wie genau diese Gestaltung aussieht, zeigt „Arbeit made in Germany“. Diese Webseite gibt einen Überblick, wie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Arbeit(sbedingungen) in Deutschland bewusst und positiv gestalten – ganz gleich ob als Großkonzern, mittelständisches Unternehmen oder Kleinbetrieb.

Gute Arbeit ist wichtig. Sie hält die Unternehmen wettbewerbsfähig, innovativ und leistungsstark.

Der Wert der Arbeit bleibt gleich, doch die Erwartungen sind andere.

Gut gestaltete Arbeit ist ein Schlüsselfaktor für Gesundheit, Motivation und Selbstwertgefühl (Knieps & Pfaff, 2020). Was sie so einzigartig macht, sind ihre Eigenschaften: Arbeit schafft soziale Kontakte und ein unterstützendes Umfeld. Sie strukturiert den Tag (die Woche, das Jahr), ermöglicht persönliche Weiterentwicklung und die Erfahrung, dass das eigene Handeln wertvoll ist.

Dieser Wert der Arbeit ist der gleiche wie noch vor Jahrzehnten – geändert hat sich durchaus die Erwartung an die Arbeitsbedingungen. Heute soll der Job jedoch mehr denn je ausreichend Flexibilität bieten: Die Vereinbarkeit der Lebensbereiche steht an erster Stelle bei vielen Beschäftigten, ebenso wie Gemeinschaftsgefühl und Entwicklungsmöglichkeiten (Randstad, 2025; VdU 2023) Aber auch eine langfristigste Arbeitsplatzsicherheit und gutes Führungsverhalten spielen weiterhin eine wichtige Rolle (Forsa, 2025).

Für die Unternehmen in Deutschland ist es daher immer wichtiger, flexibel und veränderungsbereit zu sein. Sie stehen vor der Herausforderung, die verschiedenen Erwartungen der Beschäftigten mit den Anforderungen durch Digitalisierung, Change-Prozesse, Nachhaltigkeit, neue Formen der Führung, Agilität und Flexibilität sowie an die Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren – und zwar so, dass die Arbeitsbedingungen weiterhin positiv für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Motivation sind.

Hohe Arbeitszufriedenheit in Deutschland

Die Betriebe nehmen die Herausforderungen und die Erwartungen der Beschäftigten in der sich gewandelten und weiter wandelnden Arbeitswelt ernst. Eine aktuelle Zusammenfassung des Instituts der deutschen Wirtschaft (Hammermann, 2025) aus verschiedensten, objektiven Datenquellen zeigt in vielen Fällen den Erfolg dieses Engagements:

  1. Arbeitszufriedenheit: Die Werte sind nahezu konstant hoch im Zeitverlauf seit 1990, ein negativer Trend ist nicht erkennbar. Im Schnitt sind über 90 % der Beschäftigten mittel oder sogar hoch zufrieden mit ihrer Arbeit.
  2. Arbeitsmotivation: Die Beschäftigten fühlen sich weiterhin mehrheitlich engagiert bei der Arbeit. Sie empfinden Begeisterung und Energie bei der Arbeit. Gute 90 % sind überzeugt, zumeist gute Arbeit zu leisten.
  3. Wechselabsichten: Das Fluktuationsniveau ist niedriger als vor der Pandemie.
  4. Betriebszugehörigkeit: Diese sinkt leider seit den 1990er Jahren. Besonders jüngere Beschäftigte bleiben kürzer in einem Unternehmen.

Die vollständige Auswertung finden Sie hier: → www.iwkoeln.de/studien/andrea-hammermann-arbeitsmotivation-und-arbeitgeberbindung-in-deutschland

Gute Arbeitsgestaltung als Schlüssel für Arbeitszufriedenheit

Grundlage für hohe Zufriedenheit sind gute Arbeitsbedingungen in den Betrieben. Laut der Befragungen von BiBB und BAuA in den Jahren 2018 und 2024 nehmen Ressourcen bei der Arbeit wie der Handlungsspielraum stetig zu (BAuA, 2022 & 2025). Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen sowie dem Gefühl, Teil der Gemeinschaft am Arbeitsplatz zu sein – diese ist seit vielen Jahren auf hohem Niveau und stiegen sogar bis 2024 weiter leicht an. Die Unterstützung durch die Führungskraft verbesserte sich ebenfalls, hat jedoch noch Potenzial [siehe Abbildung].

Tatsächlich lassen sich Arbeitsbedingungen – z. B. Feuchtigkeit beim Arbeiten im Freien – nicht immer beeinflussen. Allerdings können Maßnahmen ergriffen werden, die Beschäftigte vor negativen Belastungen schützen und bewirken, dass bestimmte Faktoren als weniger belastend empfunden werden. Erfreulicherweise haben sich Arbeitsumgebungsbedingungen wie „Kälte, Hitze, Nässe, Feuchtigkeit und Zugluft“ und andere seit 2018 verbessert hinsichtlich dessen, ob Beschäftigte, die diesen Bedingungen häufig ausgesetzt sind, sie als belastend empfinden. Gleiches gilt für psychologische Faktoren wie „starker Termin- und Leistungsdruck“ [siehe Abbildung].

[Abbildung]

Gute Werte bei der Frage nach Sozialen Beziehungen und Unterstützung am Arbeitsplatz bei allen Berufsgruppen


Alle Angaben in Prozent, nur Erwerbstätige in Vollzeit Rundungsfehler

Quelle: Bibb/BAuA-Erwerbstätigenbefragung, 2024

Sozialpartnerschaft und Tarifverträge prägen Arbeitsbedingungen in Deutschland

In Deutschland nimmt die kooperative Beziehung zwischen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern mit ihren Beschäftigten (bzw. ihren jeweiligen Vereinigungen) eine besondere Rolle für die Gestaltung der Arbeitsbeziehungen und der Arbeitsbedingungen ein. Diese Sozialpartnerschaft findet auf unterschiedlichen Ebenen statt: In Tarifverträgen vereinbaren Arbeitgeberverbände oder einzelne Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit Gewerkschaften Arbeitsbedingungen für ganze Branchen bzw. einzelne Unternehmen. Die Sozialpartner wirken über die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber- und der Versicherten (Arbeitnehmer)-seite an der Selbstverwaltung der Sozialversicherungen und der Bundesagentur für Arbeit mit und werden als ehrenamtliche Richterinnen und Richter an der Arbeits- und Sozialgerichtbarkeit beteiligt. In den Betrieben arbeiten gewählte Betriebsräte mit der Unternehmensleitung vertrauens- und verantwortungsvoll zusammen.

Insbesondere Tarifverträge leisten dabei einen wichtigen Beitrag für die guten Arbeitsbedingungen in Deutschland. Sie sind nach wie vor die wesentliche Ordnungsgröße für die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse. Tarifverträge enthalten nicht nur Regelungen zu den Kernbedingungen der Arbeit wie Lohn, Urlaub und Arbeitszeit. Sie bieten oftmals auch geeignete Rahmenbedingungen bspw. für eine bessere Vereinbarkeit von Berufsleben und privatem Alltag, die Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten oder eine betriebliche Altersvorsorge. Weiter ausgestaltet werden diese Regelungen häufig auf betrieblicher Ebene. Dabei prägen Tarifverträge oft auch in den Betrieben die Arbeitsbedingungen, in denen sie nicht unmittelbar gelten. Drei Viertel aller Arbeitsverhältnisse werden so direkt bzw. indirekt durch Tarifverträge ausgestaltet (IAB, 2025).

Wir fordern:

Mit moderner Tarifpolitik den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken

Tarifverträge sind ein zentrales Instrument der Sozialpartnerschaft und sichern sowohl die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen als auch gute Arbeitsbedingungen. In Krisenzeiten haben sie sich als stabilisierendes Element bewährt – von der Finanzkrise über die Corona-Pandemie bis hin zu den Folgen des Ukraine-Kriegs.

Angesichts globaler Umbrüche und technologischer Veränderungen müssen Tarifvereinbarungen flexibler und passgenauer werden. Besonders moderate Lohnabschlüsse und betriebliche Öffnungsklauseln haben sich in der Vergangenheit als hilfreich erwiesen.

Unsere Forderungen:

  1. Stärkung der Tarifbindung durch verlässliche und und verantwortungsvolle Sozialpartner.
  2. Abbau von Überregulierung zugunsten größerer Flexibilität auf betrieblicher Ebene.
  3. Keine politischen Eingriffe in die Tarifautonomie – Tarifverträge müssen ökonomisch sinnvolle Mindestbedingungen setzen.
  4. Einführung eines tariflichen Baukastensystems mit modularen Lösungen statt starrer Gesamtpakete – besonders attraktiv für kleine und junge Betriebe.

Eine moderne Tarifpolitik muss branchenspezifisch, krisenfest und zukunftsorientiert sein – damit Deutschland als Wirtschaftsstandort stark bleibt.